Keltische Männerkleidung

Keltische Männerkleidung bestand sowohl in der Hallstatt als auch in der La Téne Zeit aus einer Tunika und der Hose, die am Knöchel zusammengebunden war. In verschiedenen Quellen wird außerdem erwähnt, das in der La Téne Zeit über der Tunika noch ein Chiton getragen wurde, den die Kelten von den Römern übernommen hatten.

 

 

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Hier kann man sehn, wie ein Chiton angelegt wird. Der Chiton ist ein weites Stück Stoff, das an einer Kante zusammengenäht wird. Gehalten wird er von Fibeln an der Schulter, seine Form erhält er durch Zusammenraffen der Stoffbahn mit einem Gürtel. Männer tragen also zwei Gürtel, einen für die Hose, einen für Tunika und Chiton.


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Hosenschnitt

Keltische Hosen haben nicht den gleichen Zuschnitt wie unsere neuzeitlichen Hosen. Dennoch habe ich hier wegen der Bequemlichkeit auch noch einen Hosenschnitt aufgeführt, der den heutigen Ansprüchen etwas mehr entgegenkommt.

 

Das nächste Bild zeigt den vermutlichen Originalschnitt,

 



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währendessen dieses Bild die moderne Fassung anzeigt:

 



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Es gibt verschiedene Arten, wie die Hose gegürtet werden konnte, die hier gezeigte ist die einfachste. Eine Variante besteht noch darin, den überstehenden Hosenbund einfach über den Gürtel zu schlagen und einzuklemmen.

 

Wenn die Hose wie im Schnitt 1 aussehen soll, legt ihr den Stoff doppelt und schneidet mit ca 8 - 10 cm Stoffzugabe um eine Hose von euch herum. Vergeßt dabei nicht einen geraden Schritt auszuschneiden (moderne Hosen sind im Schritt V- förmig), ansonsten kneift die Hose.

 

Für den anderen Schnitt benötigt ihr ein Schnittmuster, das man sich aus Zeitungspapier anfertigen kann. Für dieses Schnittmuster nehmt ihr eine Hose, die euch gut passt (kann ruhig etwas weit sein..), faltet sie in der Mitte und legt sie auf das Zeitungspapier. Wieder mit 8 - 10 cm Zugabe drumherum ausschneiden. Das ausgeschnittene Stück braucht ihr doppelt. Wenn alles ausgeschnitten ist, klebt ihr die beiden Kanten wie in Bild 4 mit Klebeband zusammen = gestrichelte Linie). Diesen Hosenschnitt legt ihr auf den doppelt gefalteten Stoff und schneidet ihn aus.

 

 

 

Tunikaschnitt

Der Tunikaschnitt entspricht im weitesten Sinne dem Schnitt unserer heutigen Pullover. Es gab sowohl angeschnittene Ärmel als auch angenähte. Angeschnitten bedeutet, dass ihr den Ärmel beim Stoffausschneiden mit ausschneidet, der angenähte Ärmel wird extra ausgeschnitten.

 

Als nächstes seht ihr eine Tunika mit angeschnittenem Ärmel.

 

 


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Um die richtige Größe zu haben,

 

sollte die Tunika folgendermaßen zugeschnitten werden:

 

 

Zunächst nehmt ihr ein Oberhemd (bitte keine T- Shirts oder Hemden aus Stoffen, die sich dehnen !!) von euch, faltet es in der Mitte und legt es auf den doppelt gefalteten Stoff, wie im folgenden Bild gezeigt.

 

 

 

 



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Jetzt wird schneidet ihr mit einer Zugabe von 8 - 10 cm um das Hemd herum den Stoff aus, außer an der Unterkante, die die Länge der Tunika bestimmt. Die Länge könnt ihr bestimmen, in dem ihr von eurer Schulter bis ca. zu den Knien meßt. Wenn ihr alles richtig gemacht habt, habt ihr jetzt ein Stück, das aussieht wie ein Trägerhemd. Dieses Stück braucht ihr zwei mal. Ihr legt es unter die ausgeschnittene Stelle noch einmal auf den Stoff und schneidet es ein weites Mal aus, diesmal OHNE Zugabe von 8-10 cm. Mit den Ärmeln wird es genau so gemacht; als Vorlage dient wieder das Hemd von euch. Natürlich könnt ihr euch auch für die Tunika ein Schnittmuster herstellen. Wer zum ersten Mal näht oder sich völlig unsicher ist, sollte das auf jeden Fall machen, um zu sehen, ob alles wirklich passt.

 

Hüte

 



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Auf diesem Bild sind verschiedene Hutformen zu sehen, drei davon stammen aus dem Salzbergwerk in Hallstatt. Außerdem sind auch Kapuzen, die an den Chiton angeköpft waren. Diese sind in römischen Aufzeichnungen belegt. Das Bild zeigt hier nur einige Möglichkeiten keltischer Hutmode. Die Schnitte dazu werde ich noch seperat behandeln.