Schuhe

Keltische Schuhe

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Leder
Normalerweise haben keltische Schuhe im Sohlenbereich kein festeres Leder als im Oberlederbereich, sondern waren aus einem Stück meist sehr weichem Leder (Ziegenleder) gearbeitet, was zur Folge hatte, dass sie schnell verschlissen. Die vielen Schuhe, die man in hallstättischen Bergwerken fand, sprechen für sich. Archäologen gehen heute mittlerweile davon aus, dass sie, nachdem sie unbrauchbar geworden waren, einfach im Bergstollen weggeworfen wurden. Schuhe hatten also nicht den gleichen Stellenwert wie heute, waren eher Verbrauchsmaterial. Viele begnügten sich damals damit, sich einfach Leder um die Füße zu wickeln. Auch solche "Schuhe" hat man in Hallstatt gefunden.



Werkzeuge
Ihr braucht Ledernähgarn, Sehne oder Schusterzwirn, eine Ahle oder eine Lochzange, Ledernähnadeln und natürlich Leder. Das Lederstücke sollten ungefähr so groß sein, dass ihr sie euch drei bis vier mal um den Fuß wickeln könnt.



Sohle

Ihr fangt mit den Sohlen an. Stellt euch erst mit einem Fuß auf das Leder und zeichnet euren Fuß nach. Das gleiche macht ihr mit dem anderen Fuß. Wenn ihr herumgezeichnet habt, nicht gleich wieder vom Leder heruntergehen, sondern die hinterste Stelle, wo der Fersenknochen sitzt, markieren.

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Diese Stelle ist recht wichtig, denn von hier aus fangt ihr an zu nähen.



Oberleder
Danach schneidet ihr das Oberleder zu, indem ihr das Lederstück um euren Fuß legt und von eurer Fußspitze aus gerade nach oben abschneidet.

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Das macht ihr auch mit dem anderen Fuß.

Danach zeichet ihr noch sehr grob, das heißt mit recht viel Nahtzugabe den Rist von eurem Fuß nach und schneidet ihn mit sehr viel Nahtzugabe (von mindestens 6 cm) aus. Ist alles gelungen, sieht euer zugeschnittener Schuh so aus, wie auf der Zeichnung.


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Nähen
Grundsätzlich sollte man immer erst die eine, dann die andere Seite eines Schuhs nähen, es sei denn, man kann mit einem Leisten umgehen. Wer das nicht macht und den Schuh sozusagen "ein mal im Kreis herum" näht, riskiert, dass sich das Leder beim Nähen verzieht und er nicht mehr zu retten ist. Genäht wird immer hin und zurück.


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Ihr fangt bei der markierten Stelle an der Ferse an und näht erst die eine Seite, danach die andere.

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Dabei müssen die Löcher, die ihr mit Ahle oder Lochzange ins Leder bohrt, sowohl bei Ober- als auch Sohlenleder, immer möglichst genau übereinander liegen. Beim Original liegen die Nähte außen, für den öfteren Gebrauch empfiehlt es sich jedoch, die Nähte innenliegend zu machen, auch wenn es nicht authentisch ist. Wer innenliegende Nähte möchte, klappt das Oberleder so ein, so dass es innen auf dem Sohlenleder aufliegt, bevor er die Löcher für die Nähte bohrt. Beim Nähen ist es auch auf jeden Fall besser, immer nur stückweise Löcher für die Nähte vorzubohren und zu nähen, anstatt den ganzen kompletten Schuh "vorzubohren". Ihr solltet den Schuh auch zwischendurch immer wieder anprobieren, auch wenn ihr gerade erst eine Seite fertig habt.



Rist
Habt ihr alles richtig gemacht, sieht der Schuh jetzt so aus wie auf der Zeichnung.

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Er ist oben auf dem Rist offen. Ihr zieht den Schuh an und zeichnet den Rist, den ihr schon grob vorgeschnitten habt, noch einmal genauer nach. Nehmt dabei ca. 8 mm bis ein cm Nahtzugabe, bevor ihr abschneidet. Danach wird die Naht vorgebohrt und hin / zurück genäht, wobei ihr an der Spitze des Schuhs anfangt.


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Wer möchte, kann auch noch die Oberkante am Fußknöchel etwas nachschneiden. Der Schuh wird nicht bis ganz oben zugenäht, ein kleines Stück bleibt für die Schnürung offen. Für die Schnürung größere Löcher bohren, und ein Lederband einziehen.

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Quellenangabe:
Helmut Birkhan " Kelten- Bilder ihrer Kultur"
Sabine Wolfram "Kleider machen Leute"
Arbeitsmappen der Reanactorgruppen Odins Drachen und Janfara
North-Film-Pagen-Society