Enzyklopädie der esoterischen Thierwelt

Der Goldfasan

Unterart des bösen Bräunlings. Genauso giftig, doof und radikal. Kann sich gelegentlich aber gewählter und intelligenter ausdrücken. Das ist allerdings ein Mimikry-Effekt und dient deshalb nur der Tarnung, damit er nicht von anderen Tieren im Wald als gemeiner Bräunling erkannt wird. Goldfasane glauben, sie wären was besseres, originaler, origineller und überhaupt!
Durch erfolgreiche Mimikry schaffen sie es meist etwas länger zu überleben als ihre unmutierten Verwandten. Trotzdem verraten sie sich irgendwann und werden dann im nächstbesten Sumpfloch ersäuft oder einfach totgetrampelt.

Der Goldfasan hält sich auch für ein recht schönes und elegantes Tier. Leider ist sein Federkleid kein bisschen golden, sondern ein stumpfes braun, die Ständer sind schwarz und ihr rechter Flügel zuckt genauso wie beim bösen Bräunling. Das Federkleid auf dem Kopf ähnelt einer komischen Kappe und der Schnabel trällert dumme und einfallslose Lieder, die im Wald zu recht verpönt sind.

Vermehrt sich durch erfolgreiches Mimikry und subtile Anpassung etwas besser als der böse Bräunling, was ihm aber nichts nützen wird, da er letztendlich doch zu doof ist.

Das Pissbackenhörnchen

Dieses Tier pinkelt nicht nur durch Drüsen an der Außenseiten der Wangen, sondern versucht auch, alle Tiere des esoterischen Waldes gewaltsam zu seinem eigenen erbärmlichen Lebensstil zu bekehren (keine Musik, kein Sex ohne Ehe, keine Drogen, keine Literatur, kein Spaß, kein buntes Federkleid), nachdem es sich erst eingeschleimt hat. Wird ihnen nicht gefolgt, poppen sie die Weibchen der anderen Spezies, oder explodieren kurzerhand, um Schaden anzurichten, denn es gibt genug, mehr als genug, von ihnen. Neulich haben sie die beiden größten Bäume im Wald, die Zwillingsbäume, zum Einsturz gebracht.

Pissbackenhörnchen sind extrem unbeliebt, obwohl einige der friedlicheren Tiere immer noch versuchen, Gründe zu finden, was sie zu solchem Verhalten treibt. Man will halt nur seine Ruhe und sieht nicht, was die Pissbackenhörnchen für Kroppzeug sind. Insgeheim lachen sich die Pissbackenhörnchen über soviel Dummheit kaputt, und hecken die nächste Sauerei aus. Sie ernähren sich von einer öligen dunklen Masse, die sie beim Graben tief unter dem Wald finden. Ihr gefürchtetster Feind sind die Ofeldlinge.

Der Urinaltulipan

Der Urinaltulipan wird auch als gemeine Pissnelke bezeichnet. Es ist ein ungenießbares Wesen und – entgegen dem irreführenden Namen – keine Pflanze, jedenfalls keine richtige. Es sieht aus, wie eine Ratte, die eine Tulpenblüte als Kopf hat, und ist stets damit beschäftigt, alles schlechtzumachen, und in den Dreck zu ziehen. Sie haben vor nichts Respekt und verströmen einen Streitlust erzeugenden durchdringenden Gestank, der an ein monatelang nicht geputztes Kneipenurinal erinnert. Daher der Name. Urinaltulipane sind verhasst, und manche Tiere machen sich einen Spaß, sie auszureißen, wenn sie irgendwo Wurzeln zu schlagen drohen, und sie in die erstbeste Ansammlung von Tieren, die sie nicht leiden können, zu werfen. Urinaltulipane sterben meist durch einen gezielten Fußtritt oder konsequentes Unterpflügen. Sie wachsen gern auf den Überresten von Jammergnus.

Das Jehozeug

Ähnelt einem Hamster mit pomadigem Haupthaar. Tritt immer in mehreren Exemplaren auf, die andere Tiere in aller Fraugöttinfrühe aus dem mehr oder minder wohlverdienten Schlaf reißen, um grenzdebil vor ihm zu grinsen, mit Blättern vor ihnen zu stehen und zu erzählen, dass eine völlig bescheuerte Lehre, bei der man wenig Spaß haben darf, der einzige Weg zur Seligkeit ist.
Lungert manchmal auch an Baumrändern rum und versucht, die Blätter, auf denen krauses Zeug in kitschigen Farben gekritzelt ist, anderen Waldbewohnern zu verticken. Das Jehozeug ist ungemein lästig, aber man nimmt es als notwendiges Übel hin oder lacht es aus.
Sehr selten verlassen einige Exemplare das Rudel und mutieren kurz darauf zu anderen Tieren des Waldes. Das ist halt Magie:-))))

Das Friedliebchen

Klein, flauschig und weiß ist es das Gewissen des Waldes, indem es sich bei irgendwelchen Tieren auf die Schulter hockt oder sich ihnen in den Weg stellt. Dann redet es sanft und betörend auf das Tier ein, etwaige Misstände abzubauen. Viele Tiere hören auf das Friedliebchen, mit den großen lieben Kulleraugen, aber nicht alle. Einige Formen, wie das Ätzhörnchen und die Arschratten sind dagegen immun.

Das Fidelio

Fidelios treten in summenden Schwärmen auf. Sie sind immer dort, wo gerade eine Gruppe in der Krise steckt oder niedergeschlagen ist und versucht, diese aufzumuntern. Egal ob Crowleykröte oder Wiccander, jedes gesellige Tier schätzt ihre Anwesenheit. Mit Ausnahme der Jehozeugs, der Jammergnus und der Pissbackenhörnchen.

Die Dharma-Ameise

Die Dharma-Ameise ist ein kleines Insekt, das in milliardenfacher Stärke aber unsichtbar durch den Wald huscht und versucht, Ungleichgewichte auszugleichen und auch Aas beseitigt, um etwas Schönes zum Erblühen zu bringen. Dharma-Ameisen wirken auf einer höheren Ebene, und sind eigentlich eher etwas wie ein Naturgesetz, als ein Tier.