Das Prophezeiungsübel

Es sieht aus, wie ein räudiger Terrier, den man mit einer ebenso räudigen Bisamratte gekreuzt hat. Besitzt aber kleine Hörnchen. Das Prophezeiungsübel wirkt, wie ein Fernsehprediger auf Kokain. Es predigt den ganzen Tag vom Weltuntergang in den düstersten Ausmalungen, die selbst einem Erklärbären, der ja sonst auch ziemlich abgeklärt ist, die Nackenhaare sträuben. „Bereuet, das Ende ist nah!“ kommt in jedem zehnten Satz oder als Zwischenruf vor. Manchmal geißeln sich die Prophezeiungsübel auch mit dem eigenen peitschenartigen Schwanz. Deshalb werden sie auch Maso-Pilamis genannt. Prophezeiungsübel glauben auch an Verschwörungen und blicken immer zitternd und hastig um sich. Sie tragen manchmal ein künstliches Fell, das sie aus weggeworfener Alufolie von Schokolade herstellen oder aus Zigarettenpackungen. Sie glauben nämlich, dass sie dadurch vor der Magie der Verschwörer geschützt sind. Die es gar nicht gibt.
Das Prophezeiungsübel macht lange zahlenmagische Berechnungen und liebt abstruse Abhandlungen und Herleitungen. Meist ist es in der Nüähe von Endzeit-Schreckchen und Wirrvögeln oder Wahnwachteln zu sehen, die dadurch noch hysterischer werden, als eh schon. Erklärbären fühlen sich durch Prophezeiungsübel genervt und fressen sie dann auf, auch, wenn sie danach Sodbrennen und Blähungen bekommen.