Der struppige Streuner

Der struppige Streuner hat einen sehr bezeichnenden Namen. Zwar hat er ein weiches Fell, aber seine Fänge sind gnadenlos. Er ist absolut nicht pfegeleicht, und wie der Waldkater frisst er sehr gern andere Waldbewohner. Auf seinem Speisezettel stehen nicht nur Wirrvögel, Wahnwachteln und Dogmadachse, mit denen er sich oft stundenlange Kämpfe liefert, ehe er die Fänge in sie senkt, sondern auch putzige Putznickel. Die struppigen Streuner streunen durch alle Winkel des Waldes, zerren Dreck hervor und knurren andere Waldbewohner an, was das denn soll. Am Liebsten erleichtern sie ihren Darm in die Nester der bodenbrütenden Wahnwachteln und die Baue der Dogmadachse. Das zeigt, dass die struppigen Streuner zwar äußerst haarig, aber reinlich sind, allerdings nicht zur Freude der Betroffenen. Der struppige Streuner frisst so ziemlich alles, was nicht Stein oder Metall ist, trinkt so ziemlich alles, was flüssig ist, und hat die Neigung, auch Angehörige anderer Waldbewohnerspezies zu besteigen.

Mit dem kaotischen Waldkater lebt er in friedlicher Koexistenz. Manchmal sieht man sie auch gemeinsam auf Jagd gehen. Es ist nicht ganz klar, ob der struppige Streuner zur Gattung der Wutwölfe oder der krummen Hunde gehört, oder ganz woanders eingestuft werden soll. Die Aktivitäten des struppigen Streuners drehen sich um die Mondzyklen und im Jahreskreis, und er kehrt oft dorthin zurück, wo die Gebeine seiner Vorfahren sorgfältig verscharrt sind. Seine Lautäußerungen gehen von einem geilen Hecheln über kehliges Knurren bis zu dumpfem Grollen, heiserem Bellen hin zu einem schauerlichen Gejaul, das die anderen Tiere nervös macht, da sie dann an alle verdrängten Dinge erinnert werden. Oftmals gebärdet sich der struppige Streuner völlig wahnsinnig, ist aber eins der berechnendsten Tiere im Wald.