Beltane

Beltane

auch Bealtinne, Bealtine, Beltine, Beltain, Beltan, Beltien, Beltein, Bealtuinn, Bealtaine, Bealtainne.

Beltane ist das letzte der drei Frühlingsfeste und gilt zusammen mit Samhain als eines der beiden wichtigsten Feste im Jahreskreis. Von Samhain genau ein halbes Jahr entfernt, besitzt es Verbindungen zum Wachstum ebenso wie zum Tod. Beltane ist äußerst komplex. Es findet immer am Vorabend des Mai statt, also am 30.04.



Die erste schriftliche Erwähnung von Beltane findet sich nach heutigem Kenntnisstand in "Sanas Chormaic", einem frühmittelalterlichen irischen Werk, das dem Kleriker Cormac of Cashel zugeschrieben wird. Er soll um 900 gelebt haben.
In den beiden darin überlebenden Texten zu Beltane heißt es, es habe sich um zwei glückbringende Feuer gehandelt, die die Druiden unter mächtigen Gesängen zu entzünden pflegten und zu denen das Vieh getrieben wurde, gegen die Krankheiten eines jeden Jahres.

Ebenfalls beide überlebenden Texte verweisen auf den Gott Bel (Bil, Bial) als Namensgeber des Festes Beltane (=Feuer des Bel). Bel ist nach Meinung der meisten Autoren ein keltischer Sonnengott.
Möglicherweise handelt es sich bei Bel aber auch nur um eine von Cormac eingebrachte Referenz auf den bekanntesten heidnischen Gott der Bibel: Baal. "Bel" bedeutet nämlich im Gälischen "strahlend" oder "vom Glück begünstigt", womit das Fest auch "strahlendes Feuer" oder "glückbringendes Feuer" heißen könnte, was durchaus Sinn macht.
Belenus kommt als Namensgeber nicht in Frage, denn er gehört zum Noricum und wurde in GB nicht verehrt.

Beltane war für die alten Kelten so wichtig, dass diverse bedeutsame historische Ereignisse zu dieser Zeit stattgefunden haben sollen: So erreichten der Sage nach die Tuatha Dé Danann Irland an Beltane, ebenso die Söhne Mil's.

Beltane hat, mehr oder weniger, in den ländlicheren und abgeschiedeneren Gebieten Großbritanniens und Irlands bis heute überlebt: In Irland, Schottland, Isle of Man, Cumbria, Devon, Cornwall, und Wales finden sich heute noch Bestandteile von Beltane im Brauchtum des Volkes.

Samhain ehrt den Tod, Beltane - das Gegengewicht- feiert das Leben. Zu Beginn des Sommers sind die sexuellen Kräfte in der Welt auf dem Höhepunkt. Es ist die Zeit, in der die Sonne endlich vollständig aus den Fesseln des Winters befreit wird, eine jubilierende Feier des Sommers nach der Eintönigkeit des Winters.
Ebenso ist es - wie Samhain - wieder eine Zeit, in der die Schleier zwischen den Welten wieder besonders dünn sind und Geister auf der Erde wandeln, die sonst eher verborgen sind. Die Sage hat es, dass die Königin der Faeries auf einem weißen Pferd ausreitet. Sie versucht, Menschen in das Land der Faeries zu locken. Wer an Beltane unter einem Baum sitzt, kann vielleicht die Feenkönigin vorbeireiten sehen. Wer ein Gesicht verbirgt, bleibt unbehelligt, aber wer sie anschaut, wird vielleicht auserwählt, sie zu begleiten. Es gibt darüber eine schottische Ballade namens "Thomas The Rhymer".

In Großbritannien und Irland wurde örtlich begrenzt von den Teilnehmern an der Feierlichkeit eine Mai-Königin gewählt. Diese erwählte sich aus der Mitte der Teilnehmer einen König. Beide symbolisierten sie die heilige Verbindung zwischen Himmel und Erde, die die Fruchtbarkeit hervorbringt. Bisweilen wurde der König nach Abschluss der Feierlichkeiten geopfert. Damit sollte der Erde etwas von dem zurückgegeben werden, was sie Gutes spendet.

Zentraler Bestandteil der Feier von Beltane sind die beiden Feuer. Menschen sprangen hinüber, das sollte Glück bringen. Diverse Speise- und Trankopfer flogen in die Flammen. Zum Schluss wurde das Vieh zwischen den Feuern hindurchgetrieben. Dies sollte Krankheit, Verletzung und sonstiges Unglück vom Vieh fernhalten. Praktisch betrachtet wurde damit u.U. auch das Ungeziefer aus der Zeit im Stall durch Rauch und Hitzeeinwirkung beseitigt.

Das Brauchtum zu Beltane ist regional unheimlich aufgegliedert und umfangreich. Spiraltänze, Kreistänze, Tänze um den Maibaum etc. werden abgehalten. Junge Paare verschwinden in die Hügel und Wälder... Kräuter und Zweige werden wegen ihrer heilenden und fruchtbaren Energien nach Hause gebracht.
Die Haut mit dem Tau des Beltane-Morgens zu benetzen verhieß den Frauen Schönheit für das ganze Jahr.

Dagegen wurde der Mai als ungünstige Zeit für Hochzeiten betrachtet, da die Jahreszeit so viele Versuchungen und Verlockungen mit sich brachte, dass das Glück eines jungen Ehepaars von vorneherein bedroht schien.

Zusammengefasst könnte man sagen: Zu Beltane wird das blühende Leben gefeiert, die überschäumende Energie der gesamten Natur, auch, vielleicht sogar gerade unter dem Aspekt der Sexualität.