Alban Heruin - Sommersonnenwende

Alban Heruin

Alban Heruin bezeichnet den längsten Tag des Jahres, die Sommersonnenwende. Sie findet am 21.06. statt.

Während die Wintersonnenwende vorwiegend von Tod, Wiedergeburt und Hoffnung handelt, dreht es sich bei der Sommersonnenwende um Reichtum und Kraft. Alban Heruin markiert den Höhepunkt der Fruchtbarkeit der Natur und von Macht und Kraft der Sonne, mit einem traurigen Beigeschmack. Die Sonne steht im Zenith ihrer Kraft, doch wird das Licht ab diesem Zeitpunkt weniger und die Dunkelheit nimmt zu, bis die Fülle des Sommers durch den Herbst hindurch mit dem ersten Frost des Winters ihr Ende finden wird.
Alban Heruin ist zunächst ein Fest des Dankes für den Überfluß.



Alban Heruin hat auch mehrere Aspekte von Balance und Ausgewogenheit. Zum einen bildet Alban Heruin die Mitte zwischen der Zeit des zunehmenden Lichts und der Zeit des abnehmenden Lichts, im übertragenen Sinne zwischen den Kräften des Wachstums und des Abnehmens. Zum anderen wird die Kraft der Sonne (= maskulines Prinzip) ebenso gefeiert wie die Fruchtbarkeit, die Erdenergie (= feminines Prinzip).

Alban Heruin war und ist DER Tag zum Kräutersammeln und in verschiedenen Kulturen mit Kräutern stark verbunden. Die traditionellen Verbindungen der Frauen mit dem Pflanzenreich fließen hier mit ein.

Die Sonne als prominentester Himmelskörper wurde von den Menschen sehr wahrscheinlich sehr früh beobachtet, weswegen man in den Sonnenwenden die ältesten Feste der Menschheit vermutet.
Die erste überlieferte menschliche Aufzeichnung überhaupt befaßt sich mit dem Sonnenzyklus. Es handelt sich um den "Smiling Fox bâton", ein geschnitztes Stück Hirschgeweih aus Le Placard, Charente, Frankreich. Es ist ca. 20.000 Jahre alt und trägt Ritzmarkierungen, die mit dem Sonnenzyklus in Verbindung gebracht werden.

Die Sonnenverehrung im weiteren Sinne ist aus praktisch allen Kulturen bekannt. Eine spezielle Würdigung der Sommersonnenwende erkannten Forscher insbesondere bei den folgenden Völkern und Kulturen:
- Ägypten
- altamerikanische Kulturen wie die Anasazi (400 - 1300); Casa Rinconada, Chaco Canyon National Monument, besitzt eine Wand, die vom Sonnenaufgang der Sommersonnenwende beleuchtet wird
- die mexikanische Teotihuacan Kultur
200 - 750, hat ihre Tempel nach dem Sonnenaufgang der Sommersonnenwende orientiert, desgleichen auch die
- Maya
- Azteken
- und Inka.
- China
verfügt über die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über die Sommersonnenwende, die auf das Jahr 2254 v. Chr. datiert werden
- Europa
die bekannteste Stätte der Sommersonnenwende ist hier natürlich Stonehenge

Die keltischen Götter von Alban Heruin sind Bel, der patriarchalische Sonnengott, sowie Danu, die keltische Mutter des Landes, die Reichtum und Überfluß verkörpert. Danu ist ebenfalls die Mutter von Nuada mit der Silbernen Hand.

Folgt man der Vorstellung, daß ein halbes Jahr der "Oak King" und ein halbes Jahr der "Holly King" regiert, so ist Alban Heruin der Tag, an dem der "Oak King" auf dem Höhepunkt seiner Macht mit der Eichenkrone bekränzt wird. Gleichzeitig ist es auch der Tag seines Rücktritts, denn nunmehr tritt der "Holly King" seine Herrschaft an, dessen "Holly", die Stechpalme, natürlich auf Alban Arthuan deutet, die Zeit der Wintersonnenwende.

In Bayern wird die Sonnwend-Feier traditionell am 24.06. begangen. Diesen Tag nennt man auch "Johanni", denn er ist der Gedenktag Johannes des Täufers. Der Juni war/ist im landwirtschaftlichen Bayern von der Feldarbeit geprägt sowie vom Auftrieb des Almviehs auf die sog. Hochleger, die Hochalmen.
In der Johannisnacht wähnte man gute und böse Geister nah beieinander. Hexen und Geister galt es mit allerlei Abwehrmitteln zu verscheuchen, hier wiederholt sich das Thema der Walpurgisnacht. Die Johannisnacht besitzt auch Heilkräfte. Alle Kräuter, besonders das Johanniskraut, entfalten in oder ab dieser Nacht ihre besondere Heilkraft.
Zum Bild dieses Festes gehören Kräuterkränze, mit denen Wegkreuze und Heiligenbilder geschmückt wurden. In der Steiermark wurden eigene Sonnwendbuschen aus verschiedenen Kräutern hergestellt.
Ebenso in der Steiermark gibt es das sog. Scheibentreiben, bei dem glühende Scheiben in die Luft geworfen werden. Die Verwendung glühender oder brennender Scheiben als Sonnensymbol in verschiedenen ritualartigen Spielen zur Sommersonnenwende ist auch aus England bekannt.

Zur Sonnenwende gehört ein Feuer. Ähnlich dem Beltane-Feuer entfaltet es seine segensbringende und reinigende Wirkung beim Darüberspringen. Im Alpenraum werden noch heute auf breiter Basis auf den Bergen Sonnwendfeuer entzündet.

Betrachtet man die bayrische Ausgestaltung des Festes, werden Erinnerungen an Beltane wach. Gleichzeitig scheint einiges vom Brauchtum zur Sonnenwende auf Pfingsten übergegangen zu sein. Beispielsweise scheinen sich zu Pfingsten Feuerbräuche eingebürgert zu haben, die relativ neuen Ursprungs sind und ursprünglich wohl zur Sonnenwende gehört haben. Ein Grund dafür könnte sein, daß Pfingsten die nächstgelegenen Feiertage anbietet, während das Fest Johanni an Bedeutung verloren hat. Generell ist das Brauchtum zur Sommersonnenwende weniger deutlich ausgeprägt als im Winter.

Alban Heruin verkörpert in seiner Essenz den Mittelpunkt des Jahres, das Zentrum, an dem die Balance zwischen den Kräften des Wachsens und des Abnehmens für einen kurzen Moment gehalten wird. Es ist die ideale Zeit, um an Fragen von Integration und Gleichgewicht zu arbeiten.

Zu Alban Heruin verneigen wir uns auch vor der ewigen Wahrheit, daß Erde und Sonne die wirklichen Quellen von Licht und allem Leben sind. Wir tun dies in dem Wissen darum, daß auch Erde und Sonne nichts sind als Manifestationen dessen, was hinter allem liegt.